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30.
März 2009
Baskets jubeln: «Finale, oho» Play-Off Halbfinale Rhein-Main Baskets - ASC Theresianum Mainz 2:0 Spiel 2: ASC Theresianum Mainz - Rhein-Main Baskets 68:77 (15:20, 19:19, 15:26, 19:12) Mainz. Die letzten Sekunden in der Sporthalle des Theresianum in Mainz liefen noch, da hielt es weder die Spielerinnen der Rhein-Main Baskets, die nicht gerade im Einsatz waren, auf der Bank, noch ihre Fans auf den Plätzen. Sie alle standen, klatschten rhythmisch und zählten die letzten Sekunden auf der Uhr herunter. Als die erlösende Schlusssirene kam und am Endstand von 77:68 auf der Anzeigetafel nicht mehr zu rütteln war, lagen sich die Spielerinnen auf dem Hallenparkett ebenso glückselig in den Armen wie die Anhänger der Rhein-Main Baskets auf der Tribüne. Mit dem zweiten Sieg im Playoff-Halbfinale der II. Basketball-Bundesliga gegen den ASC Mainz hat die erst vor dieser Saison gegründete Zweitliga-Spielgemeinschaft des TV Hofheim und des TV Langen auf Anhieb den Sprung ins Playoff-Finale geschafft und darf vom Aufstieg in die I. Bundesliga träumen. Der Gegner im Finale steht noch nicht fest. Die Bender Baskets Grünberg gewannen mit 60:58 das zweite Spiel gegen die KuSG Leimen, die die erste Partie mit 71:68 für sich entschieden hatte. Am kommenden Samstag ist das entscheidende Spiel in Leimen. An den möglichen nächsten Gegner verschwendeten die Spielerinnen der Rhein-Main Baskets in den ersten Minuten nach dem Triumph in Mainz aber keine Gedanken. Sie machten erst einmal ihrer Freude Luft, hüpften Arm in Arm einen Kreis bildend durch die Halle und sangen: «Finale, oho, Finale, ohohoho!» In diesen Momenten löste sich vermutlich auch die große Anspannung bei den Spielerinnen. Klar lag der größere Druck bei den im ersten Spiel unterlegenen Mainzerinnen, klar aber auch, dass die Gäste die große Chance beim Schopfe packen und mit dem zweiten Sieg direkt ins Finale einziehen wollten. Dass dies gelang, hatte nach Auffassung der Trainer Natalie Deetjen und Steffen Brockmann vor allem einen Grund. «Wir haben insgesamt den Kopf behalten», sagte Deetjen. Dazu kamen aber noch einige andere Dinge. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Verteidigung der Baskets der Mainzer Centerin Gabriela Jandova offensichtlich schon im ersten Playoff-Spiel den Schneid abgekauft hatte und an diese starke Leistung anknüpfte. Die sonst so erfolgreiche Werferin kam nur auf 14 Punkte. «Wir haben uns die ganzen zwei Wochen vor den Playoffs darauf vorbereitet, sie aus dem Spiel zu nehmen», berichtete Francis Pieczynski, die sich diese Aufgabe vornehmlich mit Janina Bezler teilte. Dass es letztlich so prächtig gelang, war aber eine Leistung des gesamten Teams. Anders als im ersten Spiel kam nämlich auch Cornelia Berkhoff kaum zum Korb. Nur zwei Dreier, insgesamt gerade zehn Punkte standen für die zweitbeste Mainzer Werferin zu Buche. Zwar sprang zunächst Maria Neufurth in die Bresche, die aber zu Beginn des dritten Viertels – ebenso wie Jandova zum Ende des dritten Durchgangs – bereits mit vier Fouls belastet war. «Das hat natürlich geholfen», gab Deetjen zu. Beide Mainzerinnen mussten im letzten Viertel vorsichtiger agieren, um keinen vorzeitigen Ausschluss zu riskieren. Dennoch wäre das Unternehmen Playoff-Finaleinzug beinahe noch in die dritte Runde gegangen, denn obwohl die Rhein-Main Baskets zeitweise mit 16 Punkten führten, schaffte es Mainz, immer wieder heranzukommen. Im ersten Viertel verkürzte Neufurth mit einem Dreier in der Schlusssekunde auf 18:20. Im zweiten Viertel zog Mainz gar auf 27:24 in Front, ehe beim Stand von 30:26 den Baskets elf Punkte in Folge zur eigenen 37:30-Führung gelangen. Mit 39:34 ging es in die Pause. «Diese Führung war für uns im Kopf ganz wichtig. Wir konnten uns hier Selbstbewusstsein für das dritte Viertel holen», sagte Brockmann. Zwar hatte Mainz wieder den besseren Start und glich zum 39:39 aus, doch es folgte die entscheidende Phase, in der die Gäste bis zum Ende des dritten Durchgangs auf 65:49 davonzogen. Statt in Ruhe ihre Angriffe auszuspielen, wurden die Baskets aber plötzlich ein wenig hektisch und unkonzentriert. Die Folge: Mainz verkürzte bis zur 37. Minute auf 65:68. Dann jedoch bewies Svenja Greunke Nervenstärke und brachte den Gästen mit fünf Punkten zum 73:68 die Führung, die sie bis zum 77:68 ausbauten. «Mainz wollte unbedingt und wir sind zeitweise zu locker gewesen», erklärte Anna-Lisa Rexroth, warum es unnötig eng wurde. «Jetzt ist erst einmal der Druck weg», atmete die Hofheimerin auf. Der Finaleinzug am Samstag war für sie ein noch schönerer Grund zum Feiern als der 19. Geburtstag einen Tag zuvor. Dazu kam die Ankündigung von Deetjen und Brockmann, dass bis Ostern das Training etwas zurückgefahren wird – auch wegen des Abiturs einiger Spielerinnen. So wird Anna-Lisa Rexroth heute in Sport-Theorie geprüft, Francis Pieczynski hat in dieser Woche Prüfungen in Deutsch und Englisch. Die Centerin hat übrigens von ihrer Zukunft über das Abitur hinaus ganz klare Vorstellungen. In ihrem Steckbrief auf der Homepage unter der Rubik «Ich in einigen Jahren . . .» gefragt, antwortete Francis Pieczynski: Mit RMB in der Ersten Liga (und nebenbei Popstar). «Nur ein Spaß», wehrt die 19-Jährige lachend die Frage nach der Ernsthaftigkeit der in Klammern getroffenen Aussage ab, «ich kann gar nicht singen». Ein Lied würde sie aber doch zu gerne anstimmen: «We are the champions» –. sollte es mit dem Aufstieg in die I. Liga klappen. «Dann singe ich sogar vor Publikum», versprach sie. Ein wenig Zeit zum Üben hat sie noch. Das Playoff-Finale – ob gegen Leimen oder Grünberg – wird erst nach Ostern gespielt. Wieder im Modus «Best of three», die voraussichtlichen Termine: Samstag, 18. April, und Freitag, 24. April. Sollte ein drittes Spiel notwendig werden, wäre das am Sonntag, 26. April. Rhein-Main Baskets: Janina Bezler (4 Punkte), Silke Faber (1 Dreier), Jacqueline Fatsawo (2), Svenja Greunke (17 Punkte), Francis Pieczynski (4), Alissa Pierce (21), Anna-Lisa Rexroth (13), Nadine Ripper (6), Stephanie Wagner (7). Höchster
Kreisblatt vom 30.03.2009 |
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