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  23. September 2009

Ein junges Team vor der Reifeprüfung

Die Basketball-Damen der Rhein-Main-Baskets stehen vor ihrer ersten Saison in der Bundesliga

Im Sommer 2008 schlossen sich die damaligen Zweitligisten TV Langen und TV Hofheim zur Spielgemeinschaft Rhein-Main Baskets zusammen. Im Frühjahr gelang der Erstliga--Aufstieg, nun beginnt das Abenteuer Bundesliga.

Frankfurt. Der Spielplan hatte es gut gemeint. Eigentlich sollten die Rhein-Main Baskets mit einem Heimspiel gegen den deutschen Meister TV Saarlouis in die neue Saison starten. Die Partie hätte vermutlich viele Zuschauer angelockt. Doch die Begegnung findet nicht in Langen oder Hofheim statt, wo die Baskets ihre Heimspiele im Wechsel austragen, sondern in Freiburg. Dort treten am Wochenende auch die restlichen elf Teams an. Je drei Spiele gibt es dort am Samstag und Sonntag zu sehen. In der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) hat die Veranstaltung Tradition, die Rhein-Main Baskets, die am Sonntag um 13.45 gegen Saarlouis spielen, sind nicht glücklich damit. «Für uns geht ein Heimspiel flöten», sagt Steffen Brockmann (Langen), der gemeinsam mit Natalie Deetjen (Hofheim) die Mannschaft trainiert, deren Durchschnittsalter zum Zeitpunkt des Aufstiegs gerade 19,5 Jahre betrug.

Die Zugänge Karla Babica (23 Jahre/St. Francis College New York), Katharina Schnitzler (22/ASC Mainz) und Kirsten Thompson (22/Arizona State College) erhöhen den Altersdurchschnitt ein wenig, Erstliga-Erfahrung hat aber nur Schnitzler, die per Zweitspielrecht vergangene Saison für Saarlouis aktiv war. Da hilft es auch nichts, dass mit Svenja Greunke, Anna-Lisa Rexroth, Stephanie Wagner, Francis Pieczynski und Nelli Dietrich fünf U 20-Nationalspielerinnen im Team stehen, glaubt Brockmann: «Die ersten Spiele werden sehr schwer für uns.»

Die Vorbereitung habe gezeigt, dass das Team in der I. Liga vor allem in der Verteidigung einem höheren Druck ausgesetzt sein werde. Athletisch müssten die Spielerinnen zulegen, in Sachen Spielverständnis dagegen seien sie schon auf Bundesliga-Niveau, glaubt Brockmann. Er hält den erstrebten Ligaverbleib für möglich. «Da habe ich überhaupt keine großen Bedenken.»

Etwas mehr Bauchschmerzen bereitet die Tatsache, dass mit Dietrich (Kreuzband), Babica (Knöchel) und Pieczynski (Knie) drei wichtige Spielerinnen vorerst verletzt ausfallen. Weitere Neuzugänge wird es nicht geben, sagt Brockmann, schließlich stünden ambitionierte Spielerinnen aus den Regionalliga-Teams des TV Langen und des TV Hofheim parat. Die erlaubten zwei Ausländerpositionen besetzen die US-Amerikanerin Cissy Pierce und ihre Landsfrau Kirsten Thompson. Die 1,96 m große Centerin hat zunächst einen Drei-Monats-Vertrag erhalten. Das liegt an ihrer noch ausbaufähigen Fitness und nicht etwa daran, dass die Rhein-Main Baskets fürchten, ihnen könnte das Geld ausgehen.

Der angestrebte Etat in Höhe von knapp 100 000 Euro wurde zwar nicht erreicht, dennoch sieht Präsident Konrad Delp die Spielgemeinschaft gut aufgestellt. Das «Gesamtprojekt» (Delp), talentierte Spielerinnen in der Region zu halten, ihnen eine sportliche Perspektive zu bieten und bei der Suche nach Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsplätzen zu helfen, werde vorangetrieben. Mit welchen Summen die Konkurrenz plant – Saarlouis zum Beispiel soll einen Etat von 200 000 bis 250 000 Euro haben – interessiert Delp nicht: «Ich will keinen Legionärs-Basketball.»

Führte das Team in die Bundesliga: Cissy Pierce.
Foto: M. Schellhaas
 

Höchster Kreisblatt vom 23.09.2009

 

 

 
     
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