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  06. Oktober 2009

Wieder eine kleine Lehrstunde

Dem Derby-Gegner eine starke Leistung abgefordert, aber (noch) nicht gewonnen

BC Marburg - Rhein-Main Baskets 96:87

Die Rhein-Main Baskets zahlen bei der 87:96 (23:21, 18:25, 20:26, 26:24)-Niederlage beim BC Marburg in der I. Basketball-Bundesliga der Damen Lehrgeld.

Marburg. Vor allem eine Erkenntnis bleibt nach dem ersten Derby in der I. Liga: Der BC Marburg ist die Nummer eins in Hessen – noch. Davon zu sprechen, dass die Rhein-Main Baskets den Favoriten am Rande einer Niederlage hatten, wäre zwar vielleicht etwas zu hoch gegriffen, doch immerhin entschieden sie zwei Durchgänge für sich, führten bis ins zweite Viertel hinein und unterlagen letztlich deswegen, weil Marburg einfach mehr Erfahrung und Cleverness besitzt. So ist die Niederlage gleichermaßen ein Lehrstück wie Grund genug, hoch erhobenen Hauptes den nächsten Spielen entgegen zu sehen. In den ersten Minuten nach dem Spiel hatten aber auch die Trainer ein wenig Mühe, das Positive zu sehen. «Eine unnötige Niederlage» bedauerte Natalie Deetjen, «Verlieren ist nie okay», sagte Steffen Brockmann. 87 Punkte «gegen ein Team das gut verteidigen kann» seien zwar eine gute Ausbeute, meinte Brockmann, andererseits seien unter den 96 Punkten des Gegners auch 20 bis 25 Punkte gewesen, «die zu einfach waren», kritisiert der Trainer.

Das größte Problem und damit der entscheidende Faktor für die Niederlage war nach Ansicht der Trainer aber die «Transition Defense», so Brockmann. Dieses Umschalten von Angriff auf Verteidigung in dem Moment, da der Ballbesitz wechselt, hat bei den Rhein-Main Baskets nur am Anfang des Spiels gut geklappt. Über 14:10 und 18:14 holten sie sich die Führung nach dem ersten Viertel und bauten diese sogar bis auf 29:21 Anfang des zweiten Durchgangs aus. In einer Auszeit von Trainerin Aleksandra Kojic neu eingestellt, kam Marburg nicht nur heran, sondern hatte beim 38:31 erstmals selbst einen größeren Vorsprung. Die Rhein-Main Baskets gaben zwar nicht auf und schafften es trotz zwischenzeitlichen elf Punkten Rückstand, sich im letzten Durchgang bis auf 75:80 an den Gegner heranzuarbeiten, doch Marburg gab den Sieg nicht mehr aus der Hand.

Drei Spielerinnen vor allem machten den Baskets zu schaffen: Die wuselige Aufbauspielerin Amanda Davidson, Flügelspielerin Margret Skuballa, die zeitweise nach Belieben durch die Reihen der Gäste flitzte (Deetjen: «Sie hatte eine Phase, in der sie es extrem gut verstanden hat, unsere Verteidigung zu lesen»), und Lisa Koop, die nicht nur wegen ihrer 31 Punkte dafür sorgte, dass der Vergleich der beiden baumlangen Centerinnen eindeutig zugunsten der Gastgeberinnen ausfiel. Die deutsche Nationalspielerin, mit 1,97 Meter noch einen Zentimeter größer als Kirsten Thompson, wirkt trotz ihrer Länge sehr beweglich und viel besser ins Spiel ihrer Mannschaft eingebunden als die US-Amerikanerin, die einen etwas behäbigen Eindruck hinterließ. Das mag allerdings auch daran gelegen haben, dass Thompson im Spiel mit dem Fuß umgeknickt war.

Auch noch nicht zufrieden mit sich und ihrem Team ist Cissy Pierce. Mal abgesehen davon, dass sie sich darüber ärgert, sowohl gegen Saarlouis als auch in Marburg erst in der zweiten Hälfte richtig ins Spiel gekommen zu sein und getroffen zu haben, müsse die Mannschaft einfach noch besser als Team funktionieren, zusammen spielen und miteinander reden. Die ehrgeizige Amerikanerin ist aber sicher, dass der erste Sieg nur eine Frage der Zeit ist. Voraussetzung dafür: «Wir müssen in der Defense noch besser zu werden und wir müssen auch mit unserer Körpersprache noch mehr Selbstbewusstsein ausstrahlen.» Die nächste Chance dazu gibt es am Sonntag, wenn im ersten Heimspiel in Hofheim der BC Wolfenbüttel zu Gast ist (16 Uhr, Brühlwiesenhalle).

Topscorerin: Svenja Greunke
 
Rhein-Main Baskets: Svenja Greunke 18 Punkte (2 Dreier, 6 von 8 Freiwürfe) verwandelt, Karla Babica 2 (-, -), Jacqueline Fatsawo 9, (-, 3/5), Cissy Pierce 18 (1, 5/6), Anna-Lisa Rexroth 17 (3, 2/2), Nadine Ripper 3 (1, -), Katharina Schnitzler 4 (-, -), Kirsten Thompson 12 (-, -), Stephanie Wagner 4 (-, -).

Höchster Kreisblatt vom 06.10.2009

 

 

 
     
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