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  20. Oktober 2009

Gut gepredigt, ganz stark gespielt

Pierce und Co. werden für ihren Kampfgeist belohnt

TSV Wasserburg - Rhein-Main Baskets 87:77 (33:31)

Solche Ausflüge machen Spaß: Den Damen der Rhein-Main Baskets gelang beim TSV Wasserburg im vierten Anlauf der erste Sieg in der I. Bundesliga

Hofheim. Wer die Live-Übertragung auf der Homepage der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) verfolgt hatte, konnte noch einen kurzen Blick darauf erhaschen, wie sich die Spielerinnen mit Erklingen der Schlusssirene in der Wasserburger Sporthalle jubelnd in die Arme fielen. 77:87 stand da rot auf schwarz auf der eingeblendeten Anzeigetafel zu lesen. Und die Freude später in der Stimme von Natalie Deetjen war unüberhörbar. Die Spielerinnen hatten getan, was sie und ihr Trainerkollege Steffen Brockmann gefordert hatten: «Sie haben als Team richtig gekämpft, sich immer wieder zusammengerauft und sich gestärkt auf dem Feld.»

Zu diesem Kampfgeist kam eine konzentrierte Leistung. Die Rhein-Main Baskets hielten jedes Tempo der Wasserburgerinnen mit und gaben dem Gegner gar nicht erst die Gelegenheit, sich ein wenig abzusetzen. Im Gegenteil. Schon das erste Viertel gewannen die Gäste knapp mit 15:13. Nach ausgeglichenem zweiten Durchgang (18:18) ging Wasserburg zwar zunächst mit 35:33 und danach mit 44:42 in Führung, doch die Rhein-Main Baskets konterten zum 49:44 und gaben ihren Vorsprung dann nicht mehr aus der Hand. Angeführt wurde das Team von den US-Amerikanerinnen Kirsten Thompson (Deetjen: «Sie hat stark gespielt») und der unermüdlichen Cissy Pierce, die in der zweiten Hälfte ohne Pause auf dem Feld stand, mit 27 Punkten Top-Scorerin war und ihre zuletzt so treffsichere Landsfrau im gegnerischen Team, Ashley Nicole Hayes so prima verteidigte, dass die Wasserburgerin diesmal nur auf zwölf Punkte kam.

Ausschlaggebend für den Sieg seien aber die eindringlichen Appelle des Trainer-Duos während der Woche gewesen, vermutet Deetjen. «Wir haben jedes Mal gezeigt, dass wir mitspielen können, wir haben nur vergessen, dass wir auch gewinnen können. Das haben wir die ganze Woche gepredigt: Wir können auch gewinnen.» Und das taten die Rhein-Main Baskets eindrucksvoll, entschieden die letzten beiden Viertel mit 25:21 und 29:25 für sich und konnten sich glücklich auf die lange Heimfahrt aus Bayern machen. «Das nimmt man gerne in Kauf, wenn es so ausgeht», sagte Deetjen und kündigte an, dass «das eine oder andere Glas Sekt» geleert werde. Zwar gibt es mit dem DBB-Pokalspiel am Dienstag in Ludwigsburg und dem Heimspiel nächsten Sonntag gegen Herne vor Augen, keinen Grund zum Übermut, aber wer den Zweiten der deutschen Meisterschaft der vergangenen Saison in eigener Halle schlägt, der darf schon mal feiern.

Durchgebissen: Jacqueline Fatsawo (links) und ihr Team schafften den ersten Sieg in der I. Liga.
Foto: Gerold
 
Rhein-Main Baskets: Karla Babica 13 Punkte (1 Dreier, 2 von 2 Freiwürfen), Jacqueline Fatsawo 2 (–, 2/2), Svenja Greunke 14 (2 Dreier, 2/2), Cissy Pierce 27 (2 Dreier, 5/6), Anna-Lisa Rexroth 10 (2 Dreier, 2/2), Nadine Ripper 2 (–, 2/4), Katharina Schnitzler 1 (–, 1/4), Kirsten Thompson 16 (–, 4/4), Stephanie Wagner 2 (–, –).

Höchster Kreisblatt vom 20.10.2009

 

 

 
     
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