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01. Februar 2012


„Alleine hätten wir den Aufstieg nicht geschafft“

001.02.12|Basketball|

Ein besonders gelungenes Beispiel für eine Kooperation von Sportvereinen sind die Rhein-Main Baskets. Von Stefan Moritz

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© Lorenz

Gemeinsam erfolgreich: Die beim TV Hofheim ausgebildete Anna-Lisa Rexroth (links hinten) und die beim TV Langen groß gewordene Nationalspielerin Stephanie Wagner (rechts hinten) trumpfen beim Fusionsklub Rhein-Main Baskets in der Basketball-Bundesliga groß auf. 

Vor vier Jahren vereinbarten die Basketballabteilungen des TV Langen und des TV Hofheim einen Zusammenschluss im Frauenbereich, um den Aufstieg in die erste Liga zu realisieren. „Wir wollten unseren Talenten die Möglichkeit geben, hier in der Region bleiben zu können und nicht weggehen zu müssen, um sich weiterzuentwickeln“, sagt Silke Dietrich, langjährige Jugendtrainerin des TV Langen und Initiatorin des Zusammenschlusses, „alleine hätten weder wir noch der TV Hofheim den Aufstieg stemmen können, finanziell nicht und noch nicht einmal von den nötigen Trainingszeiten in den Hallen. “.

Gemeinsam, mit einem Team der besten Spielerinnen aus Langen und Hofheim, gelang schon im ersten Jahr nach dem Zusammenschluss die Meisterschaft in der zweiten Liga und der Aufstieg in die erste Bundesliga. Nach zwei Jahren erfolgreichen Kampfes um den Klassenerhalt, in denen einige Talente zu A-Nationalspielerinnen heranreiften, mischt das überwiegend aus Eigengewächsen bestehende Baskets-Team in dieser Saison die Bundesliga auf, steht aktuell auf Tabellenplatz drei und wird in diesem Jahr wohl erstmals in den Play-offs um die deutsche Meisterschaft mitspielen.

Eltern müssen das unterstützen

Trainiert und gespielt wird abwechselnd in Langen und dem etwa 30 Kilometer entfernten Hofheim. Ein größerer Aufwand, besonders auch für die Jugendlichen im U17-Bundesligateam der Rhein-Main Baskets. „Die Eltern müssen das natürlich unterstützen, Fahrgemeinschaften organisieren. Die stehen bei uns aber voll dahinter“, sagt Dietrich.

Der Prozess des Zusammenwachsens ist mittlerweile weit vorangekommen. In den Köpfen der Spielerinnen spielt ihre Herkunft aus Hofheim oder Langen nur noch eine untergeordnete Rolle, das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Teams der Rhein-Main Baskets überwiegt. „Anfangs gab es natürlich schon Spielerinnen, die zurücktreten mussten, da beim Zusammenschluss 2008 natürlich nicht alle Spielerinnen aus Hofheim und Langen im neuen Zweitligateam einen Platz finden konnten“, sagt Dietrich. Es gab ja aber noch die Regionalligateams aus Langen und Hofheim als Unterbau und Auffangbecken.

Von Vorteil für die Fusion war auch die Kooperationsbereitschaft der Trainer. So haben in den ersten zwei Jahren die Bundesligatrainer aus Langen und Hofheim, Steffen Brockmann und Natalie Deetjen, gemeinsam das Bundesligateam der Baskets geführt. Und auch im Nachwuchsbereich haben Dietrich und der Hofheimer Rolf Weidemann Hand in Hand zusammengearbeitet. „Rolf und ich kennen und verstehen uns ohnehin seit vielen Jahren. Und Steffen und Natalie haben sich super arrangiert“, sagt Dietrich. Auch in den Vorstand der Baskets wurden Funktionäre aus beiden Vereinen integriert.

„Wir sind gerade am Sondieren“

Als Erstligist und in der Kooperation gelang es in den vergangenen Jahren auch, die Sponsoreneinnahmen zu vergrößern. Aktuell arbeiten die Baskets an einem nächsten Projekt: einer zweiten Mannschaft in der zweiten Bundesliga. „Der Sprung von der Regionalliga in die erste Bundesliga ist für viele zu groß. Da haben uns schon einige Talente verlassen. Diese Lücke wollen wir schließen“, sagt Dietrich. Das Regionalligateam des TV Langen führt derzeit die Tabelle an, auch in Hofheim gäbe es Spielerinnen, die für ein Zweitligateam infrage kämen. „Wir sind da gerade am Sondieren, bräuchten für ein Zweitligateam aber zusätzliche Sponsoreneinnahmen“, sagt Dietrich.

Außerdem sollen möglichst noch weitere Vereine der Region in die Kooperation der Baskets im Nachwuchsbereich integriert werden. Eintracht Frankfurt, die Homburger TG oder die SG Weiterstadt beispielsweise. „Da müssen wir aber noch Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Dietrich, „die Vereine müssen einsehen, dass die Spielerinnen ihnen nicht gehören und wenn es der Förderung einer Spielerin dient, vielleicht auch ihrer Integration in unser Rhein-Main-Projekt zustimmen.“ Um als Breitensportverein heutzutage auch im Leistungssport mitzumischen, dafür sei eine solche Kooperation unabdingbar, davon sind Dietrich und ihre Mitstreiter im Umfeld der Baskets überzeugt.

 

 

 

 

 
     
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